Staksi

                      STAKSI

Es war im August des Jahres 1996: Ein Jungstorch mit Beinbruch wurde in die Tierklinik in Magdeburg eingeliefert. Gute Chance für eine Heilung stellt Frau Dr. Neumann fest, und operierte ihn. Seitdem lebt unser Storch mit einem „Nagel“ im Bein. Er war nicht der erste, dem so geholfen wurde, aber der erste, den wir nach erfolgter Freilassung im Jahre 1997 nach weiteren 3 Jahren in Loburg wieder begrüßen konnten! Das „Kleine Wunder“ hatte Anfang März 2000 auf dem Haupthorst Platz genommen, ein früher Ankunftspunkt: er hatte wohl in Spanien überwintert. Das Wichtigste war jetzt der „Personalausweis“, der Ring am Bein, wer war der Ankömmling? Die Überraschung war groß und freudig: Der operierte Storch von 1996, na dann: Herzlich Willkommen!

Ein Name war schnell gefunden, denn unser neuer Haupthorstbesitzer „stakste“ auf der Wiese, was ihn aber augenscheinlich nicht gehindert hat, ein „ordentlicher“ Zugvogel zu werden. Was er dann tat, stimmte unseren Dr. Kaatz bedenklich: In Ermangelung einer eingeflogenen Wildstörchin hatte sich Staksi unsere Karoline, die nicht flugfähig ist, ausgesucht. Allerdings verstand er nun nicht, weshalb sie ihm nicht auf seinen schönen Horst folgte, sondern auf einem Horst im Gehege 3 Eier legte. Ja, dann muß ich wohl zu ihr, hatte Staksi eingesehen, denn die Eier waren befruchtet! 2 Junge schlüpften.

Staksi zog wieder fort, als es an der Zeit war, und – welche Freude – Anfang März 2001 war er wieder da. Diesmal sollte er aber mit einer Wildstörchin brüten, Karoline war für ihn unsichtbar. Er musste ganz schön lange warten, bis endlich eine Storchendame bei ihm landete. Aber dann: die beiden schienen sich nicht zu vertragen…..Die Störchin trug einen Ring: Es war keine geringere als Prinzesschen! Augenscheinlich wollte sie Staksi nicht, wohl aber seinen Horst!! Doch der war nicht bereit, ihn herzugeben! Das „Gezerre“ wurde hart geführt, Prinzesschen hatte sogar einen Storch, Besitzer des Sportplatzhorstes, im Visier! Aber Staksis Gegenwehr war zu massiv und Prinzesschens Konsequenz: Sie zog zu dem Storch am Sportplatzhorst.

Staksi war wieder allein, aber nicht lange, sein Balzen wurde „erhört“ von Loburga, so wurde sie getauft. 3 Junge wurden aufgezogen und eines Tages im August waren sie fort und auch Staksi und Loburga flogen ab ins Winterquartier.

Mit Spannung erwarteten wir nun Staksi im Jahr 2002. Er enttäuschte uns nicht, aber wer würde seine Gattin werden? Loburga, ohne Ring, war wohl da, aber dann verpaarte er sich mit einer „Ringstörchin“, zu unserer Überraschung war auch sie als Pflegestorch auf dem Storchenhof gelandet, wurde beringt und wieder freigelassen im Vorjahr. Schön, dass es ehemalige Pflegetiere wieder nach Loburg zieht! Mit Lucy, wie sie getauft wurde, zog Staksi 4 Junge groß und wieder zogen alle fort im August.

Im Jahr 2003 kam zuerst Staksi, dann Lucy zum Haupthorst und diesmal lagen 5 Eier im Horst und 5 Junge wurden großgezogen. Ein wenig Bangen und Hoffen ist immer dabei, aber auch 2004 war unser Pärchen am Haupthorst eingetroffen. Leider dauerte die Freude nur 10 Tage, dann blieb Lucy aus, kein Begrüßungsklappern mehr, Staksi stand alleine dort oben. Wir haben Lucy gesucht, aber sie blieb verschwunden.

„Unbeweibt“ ist Staksi nicht geblieben, und dann lagen 4 Eier im Nest. Es war wohl kein glückliches Jahr, kalt und naß zur Schlupfzeit der Jungen. 3 kamen zur Welt, eines starb und aus einem Ei schlüpfte kein kleiner Storch. Staksi und seine Störchin zogen aber 6 Junge groß – na, wie ging das denn??? Zu den eigenen 2 Kindern wurden 4 elternlose Jungstörche „adoptiert“, wie Storchenvater Dr. Kaatz das nennt! Die neuen Geschwister müssen etwa gleich groß sein, dann gibt es auch keinen Zoff im Nest und die Altstörche nehmen es locker: Die Menschen werden wissen, was sie tun! Das ist auch so, der Fütterungstrieb der Störche ist „nicht zu bremsen“ und bei unserem Video-Überwachten Horst sehen wir ja, ob sie die Jungen satt kriegen.

Nun ist der Horst wieder leer, alles ist gut gegangen! Gute Reise Staksi und auf Wiedersehen 2005!
Nachtrag: Staksi hat auch in 2005 mit Eva 6 Junge groß gezogen. Ein bemerkenswerter Storch!

 

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